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Sonntag, 10. Januar 2016

2016

Ein Jahr lang gar nichts mehr kaufen, wie Nunu von ichkaufnix es gemacht hat, oder nur noch Second Hand zu kaufen, wie Hindi dailyrewind wäre in meinem Fall total Paradox. Ich designe, fertige und verkaufe Kleidung in Ludwigsburg. Im Laden haben wir auch Produkte von anderen kleinen Labels aus der Region, aus ganz Deutschland und auch aus Spanien.

Viele von uns kleinen Labels haben es schwer, gegen die Massenproduktion und Dumpingpreise anzukommen. Wie oft hören wir, dass es doch wo anders viel günstiger wäre.
Der Konsum von billigem Zeugs, das billig hergestellt wird und teilweise aber gar nicht unbedingt günstig verkauft wird. Ich hab das so was von satt.

Gestern war ich mit Freunden und Bekannten essen. Eine Frau in einem dieser trendigen fake fur Westen stiefelte an uns vorbei und erhielt die Aufmerksamkeit von uns (wirklich unecht?) Es wurde sich daraufhin unterhalten, dass man nicht jeder Mode folgen würde und dass ich das wohl auch nicht machen würde. Nö, ich kauf schon lange nichts mehr. Mein Kleiderschrank ist so was von voll!

Wirklich "nichts" stimmt natürlich nicht, aber so gut wie nichts. Also fast nichts.

Mein letzter Einkauf waren meine geliebten Winterchucks, etwa bevor der "Winter" anfing. Oder aber ich habe die Chucks von Kleiderkreisel doch schon letztes Jahr gekauft und habe im Herbst etwas anderes gekauft? Eigentlich kann ich mich gar nicht wirklich daran erinnern. So nebensächlich ist mir das Kaufen von Kleidung und Accessoires geworden.

Sowieso, seit einigen Jahren kaufe ich wenig Kleidung, und mit der Zeit immer weniger. Einiges habe ich selbst entworfen und genäht, von Freunden oder Second Hand.   

Der größte Teil des Inhaltes meines Kleiderschrankes begleitet mich jetzt schon seit vielen Jahren, hat viel mit mir erlebt, etliche Umzüge mitgemacht und ist letztendlich wieder zurück mit mir nach Ludwigsburg.
Ja, ich bin der festen Überzeugung, dass ich von jedem Stück weiss woher es kommt und dass es mindestens eine Erinnerung mit mir teilt.
Das ist auch der Grund, warum ich nicht vor habe mich von meinen geliebten Kleidungsstücken zu trennen. Das Meiste wird von mir immer noch getragen und an dem anderen, kleine Teil erfreue ich mich jedes Mal, wenn es aus den Tiefen des Kleiderschrankes wieder auftaucht. Schließlich ist es fast wie ein Tagebucheintrag.

Das Jahre 2016 werde ich als Herausforderung nehmen, keine Kleidung oder Accessoires zu kaufen, die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden. Ich freu mich drauf!















    

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